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1 Tote:r alle 10 Minuten, ganz zu schweigen vom Coronavirus

Die wahre Pandemie tötet alle 10 Minuten und entwickelt sich jeden Tag, auch wenn du dir die Hände wäschst und darauf achtest, Augen und Mund nicht zu berühren.

5 Min. Lesezeit

Mehr als ein Drittel der erwachsenen italienischen Bevölkerung ist übergewichtig (35,3 %), knapp eine von zehn Personen ist adipös (9,8 %), und durch Komplikationen im Zusammenhang mit dieser Krankheit stirbt alle 10 Minuten ein Mensch:

57.000 Todesfälle pro Jahr und über tausend pro Woche.

Das sind einige der Zahlen, die am runden Tisch "Adipositas: vernachlässigte Krankheit" am 8. Mai 2017 in Mailand anlässlich von "Spazio Nutrizione" vorgestellt wurden, einem Kongress über gesunde Ernährung, der in Vorbereitung auf den European Obesity Day (EOD) 2017 am Samstag, dem 20. Mai stattfindet: ein Sensibilisierungstag zum Thema Adipositas, der 2010 von der European Association for the Study of Obesity (EASO) ins Leben gerufen wurde und von medizinischen Gemeinschaften, Patient:innenvereinigungen und Institutionen gefördert wird, um über die Notwendigkeit der Bekämpfung von Adipositas zu informieren. Das Thema des EOD 2017 war: "Tackling obesity together". Bekämpfen wir die Adipositas gemeinsam.

Die Adipösen in Italien sind 6 Millionen, schätzen die Expert:innen, mit Auswirkungen auf den nationalen Gesundheitsdienst in Höhe von 4,5 Milliarden Euro. Die Lombardei liegt unter dem nationalen Durchschnitt, aber mit einem dennoch bedeutenden Wert: 31,9 % übergewichtige Personen (über 319.200 Einwohner) und 8,7 % adipöse Personen (etwa 87.072).

Über das medizinische und gesundheitliche Problem hinaus stellt Adipositas auch erhebliche Kosten für den nationalen Gesundheitsdienst dar: Es wird geschätzt, dass dieser Zustand 2012 für 4 % der italienischen Gesundheitsausgaben verantwortlich war. Dies auch aufgrund von Begleiterkrankungen: Übergewicht und Gewichtsexzess sind für etwa 80 % der Diabetesfälle, 55 % der Bluthochdruckfälle und 35 % der ischämischen Herzerkrankungen und Tumorfälle verantwortlich.

"Adipositas ist eine heilbare Krankheit", sagt Michele Carruba, Direktor des Studien- und Forschungszentrums für Adipositas der Universität Mailand, "und es ist daher notwendig, eine Reihe von Aktivitäten zu starten, die einerseits die Bevölkerung für die Bedeutung der Prävention sensibilisieren, andererseits die politische und führende Klasse dafür sensibilisieren, dass die Bekämpfung der Adipositas-Epidemie inzwischen notwendig und nicht weiter aufschiebbar ist. Das im November 2016 dem Gesundheitsministerium vorgelegte Position Paper war der erste Schritt, um in erster Linie die Institutionen für diese Epidemie zu sensibilisieren und zu einer wirksamen Lösung zu gelangen."

Damit dies möglich ist, schlagen die Spezialist:innen vor, dass man bei der Schaffung von Obesity Units beginnen muss, Referenzzentren mit einem multidisziplinären Ansatz, in denen die adipöse Patient:in in allen Aspekten der Behandlung von erfahrenen Diätolog:innen, Ernährungswissenschaftler:innen, Psycholog:innen und Chirurg:innen begleitet werden kann, für eine Rundum-Betreuung.

In dieser Hinsicht beobachten sie, dass Venetien die erste Region war, die einen diagnostisch-therapeutischen Versorgungspfad (PDTA) zur Betreuung der adipösen Patient:in eingerichtet hat, um eine bessere Behandlung der Erkrankung zu gewährleisten und die Auswirkungen der Ausgaben auf den nationalen Gesundheitsdienst zu reduzieren.

Persönliche Reflexion des Autors: In diesen Tagen der Panik und Angst vor dem Coronavirus, das viel weniger tödlich ist als der Zustand der Adipositas, habe ich auf der Straße adipöse Menschen Lebensmittel hamstern sehen, aus Angst zu verhungern. Übervolle Einkaufswagen mit allem möglichen Schund, nur um Lebensmittel jeder Art mit nach Hause zu nehmen. Personen mit ernsten Gewichtsproblemen schieben übervolle Einkaufswagen, sogar zwei Einkaufswagen auf einmal. Einen schieben sie, einen ziehen sie. Dafür tragen sie eine Maske. Die Gesundheit und die Prävention, vor allem.

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